Haus und Weingut Fliegenwedel

Jacobstein 40

Beschreibung

Haus Fliegenwedel vordem gleichnamigen Weinberg, oben der Jacobstein

Der zweigeschossige, rosarot gestrichene Bau mit einem hohen und steilen Walmdach steht traufständig zur Straße. Auf der linken Seite befindet sich ein ebenfalls zweigeschossiger, jedoch von der Firsthöhe her niedrigerer Anbau mit einer Breite von einer Fensterachse und ebenfalls einem Walmdach. In der Straßenansicht steht vor dem Hauptbaukörper ein über die ganze Breite gehendes, geschwungenes Zwerchhaus von geschwungener Form, obenauf ein Dreiecksgiebel mit einer Stuckornamentik. Diese zeigt als Initiale des Nachnamens der heutigen Besitzer den Buchstaben H, umgeben von Weinlaub. In der rechten Seitenansicht führt eine Freitreppe mit Balustern zu einer Plattform im Obergeschoss, die zur Rückseite des Hauses und dort auf den steil ansteigenden Weinberg führt.

Das Gebäude steht auf einem etwa 60 m² großen Gewölbekeller, dem historischen Weinkeller. Im Erdgeschoss darüber befindet sich, auf Grund der Hanglage auch teilweise in den Berg hineingebaut, der ehemalige Pressraum nebst einem weiteren, kleinen Kellerraum. Die Wohnräume des Winzerhauses befanden sich im Obergeschoss sowie im Dachgeschoss, zu dem eine hölzerne Wendeltreppe führt.

Die Fassaden des Barockgebäudes sind schlicht verputzt. In der Straßenansicht finden sich mit Wein berankte Spaliere.

Quelle: http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/587185

Die Einfriedung besteht aus einer Bruchsteinmauer mit einem Durchlass vor dem mittig angebrachten Eingang sowie einer Toreinfahrt auf der linken Seite aus zwei mächtigen Pfeilern mit Abdeckplatten.

Das Haus Fliegenwedel mit seinem charakteristischen Giebel wird als fließender Übergang von den schlichten Winzerhäusern der Lößnitz hin zu den mehr herrschaftlichen Häusern beispielhaft erwähnt. [3]

Geschichte

Im Jahr 1674 wurde der Weinberg Fliegenwedel für 250 Taler aus kurfürstlichem Besitz an den Landrentmeister (vermutlich Kämmerer) Sebastian Rothe verkauft. An der Stelle des heutigen, 1675 [4] für ihn auf dem alten Keller gebauten Hauses stand bereits ein Kelterhaus. Um 1700 erwarb das Anwesen der Rothenthaler Hammerwerks-Besitzer Gottfried Salomon Lingke, einschließlich eines Teils des angrenzenden Bischofsbergs. Der andere Teil des Bischofsberg war im Besitz der Frau verw. Hornin geb. Lingke. Beide benutzten gemeinsam das bestehende Weinbergshaus, insbesondere die Weinpresse.

Gemeinsam verkauften sie 1738 an den Dresdner Hofböttchermeister Jacob Krause, der 1742 auf einem Felsvorsprung oberhalb seines Weinbergsbesitzes Fliegenwedel als weithin sichtbares Zeichen den nach ihm benannten Jacobstein erbaute. Dieser diente ursprünglich als Winzerunterkunft und zur Geräteaufbewahrung, wurde später jedoch auch als Lusthäuschen genutzt. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Winzerhaus wurde um1740/1750 zur heutigen barocken Form mit dem stark geschweiften Südgiebel umgebaut.

1760 [5] (oder 1799) [4] kam der Weinbergsbesitz an Schloss Wackerbarth. 1763[5] (oder 1808) [4] wurden Winzerhaus und Weinberg getrennt. Seitdem gehört der Weinberg mit dem Jacobstein zum Ensemble von Schloss Wackerbarth, mit dem er als denkmalpflegerische Sachgesamtheit unter Denkmalschutz steht, und Haus Fliegenwedel hat davongetrennte Besitzer. Ein 1770 nach Krauses Tod aufgestelltes Inventar gibt Auskunft über die damalige Raumaufteilung: Im Erdgeschoss eine große Stube, eine kleinere Schlafstube, eine kleine Eckstube und die Küchemit einem Gewölbe für Geschirr, im Obergeschoss die große Sommerstube und daneben drei Kammern sowie im zweiten Obergeschoss eine weitere Kammer.

1835 erwarb Samuel Mögel das Haus, in das wahrscheinlich er beim Umbau 1854 (oder 1845)[4] innen eine Schwarzküche einbaute. 1862 erhielt das Haus Fliegenwedel von Gottlob Schönhals auf der Westseite den heutigengroßen Anbau, damals noch als Stallgebäude.

1957 wurden zwei Steigessen durch eine Russische Esse ersetzt. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands sollte das Gebäude Mitte der 1970er Jahre abgerissen werden, Widersprüche unter anderem des ehrenamtlichen Aktiv für Denkmalpflege Radebeul, namentlich aber auch des Baumeisters Franz Jörissen, [6] verhinderten dies. Nach dem Tod des Besitzers 1978 stand das Haus leer und verfiel, bis es 1984 verkauft und ab da bis 1995 durch den heutigen Besitzer, einen ortsansässigen Architekten, gerettet und saniert wurde.

Quelle: deacademic.com/dic.nsf/dewiki/587185

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