„Verzeih’n Sie, mein Herr, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda?“

... fragte der Nachkriegsschlagerstar Bully Buhlan im Glenn-Miller-Sound und hatte damit den skurrilen Namen Kötzschenbroda weithin bekannt gemacht.

Dieser Ort zwischen Dresden und Meißen, an Elberadweg und Sächsischer Weinstraße hat eine interessante Geschichte zu bieten.

 

Geschichte von Altkötzschenbroda

Erstmals 1271 als „Coschebrode“ urkundlich erwähnt, streifte ihn 1645 ein Hauch von Weltgeschichte, als im Pfarrhaus der Waffenstillstand zwischen Sachsen und Schweden unterzeichnet wurde, was für Sachsen das Ende des 30jährigen Krieges bedeutete. Eine Gedenktafel auf dem Dorfanger erinnert an dieses historische Ereignis.

Als Kirch- und Marktflecken hatte Kötzschenbroda auch für die umliegenden Ortschaften Bedeutung. Die Industrialisierung brachte weiteren Aufschwung. Schließlich bekam Kötzschenbroda 1924 das Stadtrecht zugesprochen. Doch bereits 1935 wurde es selbst eingemeindet und ist seitdem ein Stadtteil von Radebeul. Sein historischer Dorfkern mit den herrlichen Bauernhöfen geriet allmählich in Vergessenheit und wäre fast gänzlich verschwunden…

 

Doch das Jahr 1994 brachte für Altkötzschenbroda die Wende. Zum Sanierungsgebiet erklärt, entwickelte es sich mit seinem historischen Dorfkern innerhalb kurzer Zeit zu einem architektonischen Kleinod. Neben den „Ureinwohnern“ fanden hier auch Künstler und Architekten ihr Domizil. Rund um den langgestreckten, baumbestandenen Dorfanger öffneten originelle Kneipen und Geschäfte, Galerien und Werkstätten, Pensionen und ein Hotel die Pforten. Traditionelles verbindet sich auf harmonische Weise mit Modernem. 2002 wurde diese gute Entwicklung mit einer Silberplakette im bundesweiten Wettbewerb der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ honoriert.

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